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Wer mit alten Bäumen zu sprechen, ihnen
zuzuhören weiß, der erfährt die Wahrheit.
(Hermann Hesse)
Der Kulturgut Baum e.V. bemüht sich ernsthaft, die Verbindung zwischen Mensch und alten Bäumen zu festigen, da der alte Baum Hoffnung und Zuversicht für Gegenwart und Zukunft geben kann. Deshalb wurde als erste Aktion ein Wettbewerb "Baum und Kunst" an allen deutschsprachigen Kunsthochschulen ausgeschrieben, der von VW und AUDI wirksam gesponsert und in Bonn durch den damaligen Forschungsminister Dr. Heinz Riesenhuber pressemässig vorgestellt wurde.
Methoden einer sinnvollen und angepassten Baumpflege wurden überprüft und in dem Heft "Hilfe für alte Bäume" zusammengestellt. Insbesondere konnte die Entwicklung von Geräten positiv beeinflusst werden. Heute kann man auf einfache Weise Baumalter bestimmen, Fäulnis im Baum nachweisen und Schäden aufzeichnen. Insbesondere muss der Wurzelraum des Altbaums behandelt werden. Nach Boden- und Wurzelanalysen werden Lockerungen, Zufuhr von Nährstoffen und Spurenelemente sowie künstliche Applikationen mit Mykorrhizapilzen veranlasst.

Die Erkenntnisse finden Anwendung in zahlreichen Baumpflegemaßnahmen, insbesondere über Baumpatenschaften. So wurden große Aktionen an der Weser, im Vogeldberg und in Wiesbaden durchgeführt. Bei Bonn übernahm Bundeslandwirtschaftsminister Borchert die Baumpatenschaft einer alten Eiche, ebenso in Halle der frühere Bundesaußenminister Genscher. Zahlreiche Firmen waren in den alten und neuen Ländern aktiv.
Der Schwerpunkt der Arbeit lag eindeutig auf der Erfassung der alten Bäume in ganz Deutschland. Diese sehr umfangreichen, zeitaufwendigen und teilweise schwierigen Baumaufnahmen führten zu der gut eingeführten Serie "Wege zu alten Bäumen" Band 1 - 12, die alle Bundesländer umfasst.
Ganz besonderen Augenmerk wurde auf die Aufnahme der alten Bäume in den neuen Bundesländern gelegt.
Nach der Wiedervereinigung stand der Schutz der Alleen im Osten im Vordergrund, im Westen waren sie ja fast alle dem Straßenbau zum Opfer gefallen.
Mit den Verkehrsministerien des Bundes und der Länder wurde ein gemeinsames Leitblatt zur Behandlung und Erhaltung der Allen erarbeitet. In Zusammenarbeit mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, dem ADAC und den Fremdenverkehrsverbänden konnte die erste gesamtdeutsche Straße, die Deutsche Alleenstraße von Rügen bis zum Bodensee, gewidmet und ergänzt werden.
Das Leben in einer alten Eiche und Buche sowie die Behandlung von Bäumen wurden in dem Film "Alte liebenswerte Bäume" dargestellt.
Für die Schulen in Hessen wurde mit Overhead-Folien eine Unterrichtsmappe "Bemerkenswerte Bäume in Hessen" erstellt, in Schulen sehr positiv erprobt und durch Gaswerke wie MAINOVA, Frankfurt am Main, verteilt.
Mit der Fachhochschule Wiesbaden wurde ein Wettbewerb zur künstlerischen Gestaltung von Bäumen gestaltet.
In zahlreichen Aktionen werden die Ergebnisse mehrjähriger Baumbehandlungen vorgestellt und geeignete Baumpflegefirmen empfohlen.
Über Presse, Rundfunk und Fernsehen sowie als Aufkleber auf Packungen wurden die Ideen des Kulturgut Baum e.V. weit verbreitet und sehr deutlich dargestellt.
Der Kulturgut Baum e.V. arbeitet eng mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald - Bund und Landesverbänden zusammen.
Die umfangreichen Aufnahmen in allen Bundesländern führten zur Erarbeitung des Buches "Alte liebenswerte Bäume in Deutschland", das mehr als 300 ausgewählte Bäume mit Bild und Text auf 512 Seiten mit 800 farbigen Abbildungen umfasst.
Im Jahr 2003 ging der Kulturgut Baum e.V. eine enge Verbindung mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ein, damit nicht nur Schlösser oder alte historische Bauten restauriert werden, sondern auch die umgebenden Parkanlagen gestaltet werden, um das Band zwischen Mensch und Natur oder Stein und Baum lebendig zu erhalten.
In Zusammenarbeit mit mehreren Wissenschaftlern Deutscher Universitäten wurden Methoden entwickelt, wie die Symbiose Mykorrhizapilzen und Baumwurzeln erfasst und beurteilt werden kann und wir durch Zufuhr baumspezifischer Mykorrhizen kurzfristig und nachhaltig eine Vitalisierung alter Bäume erzielt werden kann.
Veröffentlicht in dem Buch "Vitalisierung von Bäumen", Monumentverlag Bonn.
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